[Event "Bayerische EM 2020 Allgemeine Gruppe"] [Site "Rosenheim"] [Date "2020.08.29"] [Round "9.1"] [White "Müller, Philipp"] [Black "Ciolek, Andreas"] [Result "1-0"] [ECO "B06"] [WhiteElo "2171"] [BlackElo "2230"] [Annotator "Philipp"] [PlyCount "97"] [EventDate "2020.??.??"] [SourceVersionDate "2020.01.04"] [WhiteTeam "SK Rochade Augsburg"] [BlackTeam "Münchener SC"] {In der Schlussrunde ging es mit einem halben Zähler Vorsprung gegen einen alten Bekannten. Andreas Ciolek und ich trafen vor einem Jahrzehnt in einem Deizisauer Open aufeinander, damals zockten wir noch halbgare Varianten. Heute ging es um nichts Geringeres als um den Bayerischen Meistertitel - in meinem Fall - respektive um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft 2021, was ihn anbelangt. Dadurch, dass ich als passives Mitglied eines bayerischen Vereins quasi außer Konkurrenz spielte und Max Hess als Dritter bei der eben zu Ende gegangenen Deutschen Meisterschaft in Magdeburg schon vorberechtigt ist für 2021, konnte sich heute theoretisch noch der Vierte auf die Qualifikation für Magdeburg freuen. Ich fragte im Vorfeld bei Andreas ab, ob ihm nur ein Sieg genüge. Weil er dies bejahte, versprach ich ihm höflich zu sein und auf jede nervige Remisanfrage zu verzichten. Und los ging es!} 1. e4 { Hiernach nahm er den Kopf in die Hand. Hatte er sich etwa auf 1.c4 eingestellt und nicht damit gerechnet, dass ich mit dem offenen Visier und voller Selbstvertrauen in die letzte Runde gehe?} g6 {Aha, die Moderne Verteidigung! Ich habe in Magdeburg in der Schlussrunde der Deutschen Pokaleinzelmeisterschaft eine sehr schöne Partie gewonnen, wofür ich mich noch bei IM Christof Sielecki bedanken wollte. Seine Repertoirevorschläge der Keep-it-simple-Buchreihe sind an dieser Stelle wärmstens empfohlen.} 2. d4 Bg7 3. Nc3 d6 4. Be3 ({Der Spanische Großmeister Vallejo Pons empfiehlt hier die Nebenvariante} 4. Bg5 {, doch wie ich vor ein paar Jahren in meiner Remis-Partie gegen Jens-Uwe Maiwald erfahren hatte, ist es häufig der Weiße, der sich hier selbst aufs Kreuz legen kann. Die weiße Idee besteht in der Anfesselung der schwarzen e7-f6-Felder. Wenn Schwarz den Läufer mit ...h6 befragt, kann Weiß den Läufer beliebig wegziehen, um entweder auf e7 & f6 zu schielen oder die schwarze Rochade zu erschweren, weil der Bauer h6 schwach wird. Diese Pläne sind jedoch grundverschieden und in bestimmten Zugfolgen funktioniert mal der eine Plan besser, mal der andere. Für eine nervenaufreibende Partie wie die heutige wäre dies somit zwar eine Überraschung für meinen Gegner, aber auch ein Risiko, sich selbst ein Ei zu legen, gewesen. Also 4.Le3, wo ich mich darauf einließ, dass man Gegner meine Partie von letztem Samstag kennen könnte.}) 4... a6 5. f4 b5 6. Be2 Nd7 7. e5 {Gespielt, um Schwarzes e7-e5 aus der Stellung zu nehmen.} Bb7 8. Bf3 {Die Ausführung der Sielecki-Empfehlung. Ist erst einmal der Weißfelder abgetauscht, spielt sich die Stellung für Weiß sehr angenehm.} Qc8 {Eine Verbesserung gegenüber der Magdeburger Partie!} ({Mein Gegner in der Deutschen Pokalmeisterschaftsendrunde spielte stattdessen schlechter} 8... Bxf3 9. Qxf3 {und verfolgte mittels} e6 10. Nge2 d5 {den Ansatz, alles zu verschließen. Ich unterschätzte hier mein Spiel mit g2-g4 am Königsflügel, weil ich ...h7-h5 als unangenehm für Weiß einstufte - zu viele Abtausche, zu viel Spannung, ohne rochiert zu haben.} 11. O-O Ne7 {Mein nun begonnenes Spiel am Damenflügel war zweifellos nicht frei von Ungenauigkeiten, aber dennoch war ich mit meinem Spiel sehr einverstanden:} 12. a4 b4 13. Na2 Rb8 14. Nac1 Nf5 15. Bf2 h5 16. Nb3 Bf8 17. Rfc1 Rc8 18. c4 Nb6 19. Na5 c5 20. cxd5 (20. dxc5 $18 {war noch besser.}) 20... Nxd5 21. Nb7 Qb6 22. Nxc5 Nxd4 {Hatte ich übersehen, aber als ich jetzt rechnen musste, war die Taktik schnell entschlüsselt:} 23. Bxd4 Bxc5 24. Rxc5 Rxc5 25. Qf2 $18 {1-0 (25) Müller, P-Othmer,M Deutsche Pokalmeisterschaft 2020 2020}) 9. Bxb7 Qxb7 10. Qf3 { Die schwarze Dame steht nicht verkehrt, aber Weiß möchte sich das Feld e4 angeln, welches von entscheidender Bedeutung sein wird.} ({Sich mit} 10. Nf3 { der bloßen Entwicklung zu widmen, ist deswegen schlecht, weil mein gegen die fianchettierte Dame b7 keinen Diagonaldruck erhält.}) 10... Qxf3 11. Nxf3 e6 ( {Ich rechnete mit} 11... Nb6 {, wonach der Springer nach c4 strebt zwecks Gabel auf b2 und e3, doch das simple} 12. O-O-O {führt zu einer angenehmen Stellung für Weiß, während Schwarz mit seinem Damenflügelspringer zwei Mal gezogen hat und sich somit quasi für das Spiel auf weißen Feldern entschieden hat.} ({Mir gefiel auch} 12. a4 b4 13. Ne4 $14 {, mit angenehmer Stellung.})) 12. a4 {ein konkreter Ansatz, den schwarzen Aufbau zu bekämpfen. Der Turm a8 ist ungedeckt, die schwarzen Figuren schlafen alle noch ein wenig.} b4 {"Wenn ein Bauer im letzten Zug von einem Bauern angegriffen wurde, spielen wir diesen tendenziell vorbei" ist ein omnipräsenter Grundsatz. Hier ist es klar der stärkste Zug und war natürlich von beiden Spielern auch so erwartet. } 13. Ne4 Ke7 $2 {eine erste Ungenauigkeit. Aber verständlich und von mir während der Partie auch nicht als grob fahrlässig erkannt.} ({Computer lassen den Bauern auf d6 ungedeckt, ein Indiz dafür, dass die Stellung aus menschlicher Sicht für Weiß leichter zu spielen ist:} 13... Ne7 14. a5 ({ Die Idee des vorübergehenden Bauernopfers ist:} 14. exd6 Nd5 15. Bd2 f5 16. Neg5 cxd6 17. Nxe6 Bf6 18. O-O-O h6 {Der Springer e6 bekommt große Probleme.} 19. Bxb4 Nxb4 20. Nc7+ Kf7 21. Nxa8 Rxa8 {ist leicht besser für Schwarz. Eine aus gedrückter Stellung heraus sehr schwer zu antizipierende Zugfolge für Schwarz!}) 14... Nd5 15. Bd2 f5 {Schwarz übernähme hier die Initiative.}) 14. a5 $1 {legt den Finger in die Wunde. Um ehrlich zu sein ist dies ein von zahlreichen Toppartien abgespickter Zug. Ich war einfach glücklich, diesen Zug im Spirit vieler Carlsen-Caruana-Partien in Italienischen Partien selbst mal ausführen zu dürfen. Die simple Idee ist die Abkopplung des b4-Bauern von seinen Nachbarkollegen. Da Weiß griffig auf c5 ist und a5 durch Blockade unterband, ist dieser Bauer nun ein gefundenes Fressen.} Rb8 {prophylaktiscche Überdeckung. Es gibt Spieler, die lassen daraufhin dann schon gerne von ihrem Ursprungsplan ab. Ich versuche aus der Inititiative heraus, eine gewisse Konsistenz zu wahren. "Wer A sagt, muss auch B sagen!".} 15. Ra4 {Konsistent ja, das beste aber nicht unbedingt. Dies kann Zug für Zug gesehen aber auch nicht der Anspruch sein. ;) Die Idee ist einfach Le3-d2 und Eroberung des b4-Bauern. Zudem würde der weiße Läuferschwenk zusätzlich zum Bauerngewinn als lupenreine Umgruppierung hin zur Fesselungsdiagonalen a3-f8 durchgehen, also quasi eine multifunktionale Idee (Gewinn des b4-Bauern, Verbesserung des Läufers e3, der mittelfristig nämlich immer mit ...Sg8-h6-f5/g4 Probleme bekommen kann und diese Probleme mit Le3-d2 prophylaktisch rausnehmen kann).} b3 {Sehr clever.} 16. c4 {hatte ich mir hierauf zurechtgelegt.} ({Kurz vor dem Ausführen meines Zuges fand ich aber auch} 16. c3 {sehr attraktiv, weil die lange Diagonale geschlossen bleibt. Zu diesem Zeitpunkt hatte das zweite Brett schon längst remis vereinbart und mir war klar, dass mir ein Remis zum Meistertitel reichen würde. Aber ich fühlte, dass ich griffig in der Partie war und einen gewissen Stellungsvorteil und was denkt sich bitte mein Gegner, wenn er ein Remis bekommt und sich trotzdem haarscharf nicht für die Deutsche qualifiziert. Also legte ich den Fokus auf Wettkampforientierung und suchte Chancen, nahm dabei Risiken in Kauf.}) 16... f6 {hatte ich glatt übersehen. Wenigstens hatte ich hier eine gute halbe Stunde Zeitvorteil, sodass ich mir diese Stellung mit Bedacht anschauen konnte. Das Problem ist, dass der Bauer e5 sehr weich wird.} ({Dummerweise rechnete ich nur mit} 16... f5 {, wonach ich die nette Umgruppierung} 17. Nf2 {mit der Idee Sf2-d3, Ke1-d2-c3, Th1-a1-a3 und völliger Dominanz zurechtgelegt hatte.}) 17. exd6+ $2 {Eine Ungenauigkeit.} ({Sowohl} 17. Ke2 Nh6 18. c5 d5 (18... dxe5 19. dxe5 c6 20. Rd1 Ng4 21. Rad4 Rhd8 22. Bd2 $18) 19. Nf2 $18) ({als auch} 17. O-O Nh6 (17... dxe5 18. dxe5 fxe5 19. fxe5 Nxe5 20. Bg5+ Kd7 21. Nc5+ Ke8 22. Nxe6 $18) 18. c5 { bewertet die Engine bereits als gewinnträchtig für Weiß.}) 17... cxd6 18. c5 dxc5 19. Nxc5 {Ich schlug mit dem Springer, weil ich einen riesigen Respekt vor ...f6-f5 hatte, wonach bei einem fehlenden d4-Bauern und einem angegriffenen Springer e4 der Bauer b2 abtrünnig werden würde.} Nxc5 { Was sonst, a6 hing.} 20. dxc5 {Bei gleichem Material hat Weiß ab sofort einen gefährlichen Freibauern. Ich schätzte ab, dass mir dieser Bauer nicht zwangsweise abhanden kommen würde. Mindestens den b3-Bauern würde ich dafür eintauschen können im Worst Case.} Nh6 ({Nach} 20... f5 21. Bd4 {zahlt sich der weiße Entwicklungsvorsprung in Form von Felderkontrolle aus..}) 21. Ke2 { Stark. Räumt die 1. Reihe für den Königsflügel-Turm und stellt sich hierbei aufs vernünftigste Feld, also nicht auf die offene d-Linie, um ein Schach durch ...Td8 zu kassieren und auf c3 weiterzumarschieren, wo man im nächsten Schach via ...f6-f5 stünde. Die Sache mit der Königsaktivierung im Endspiel bei objektiver Einschätzung der Königssicherheit ist stets ein spannender Trade-Off!} Ng4 22. Bd4 {Der Läufer geht in die "Ampel". So nenne ich den Abstand, wenn zwischen schrägschlagender Figur (Bauer, König, Läufer oder Dame) und gegnerischem Springer zwei Felder dazwischen frei sind. Schrägschlagende Figur und Springer nehmen sich dann nämlich wechselseitig am meisten Felder, eine gewisse beidseitige Dominanz also. Hierbei profitiert insbesondere deswegen Weiß, weil der Springer g4 nicht gestützt ist und mit h2-h3 vertrieben werden kann (nach h6, wo er also herkam). Der Läufer d4 kann zwar auch mittels ...e6-e5 vertrieben werden, jedoch setzt dies schwarze Zugeständnisse voraus!} Rhc8 {Wiederum sehr clever.} 23. Rc1 $2 {mir ist nichts anderes Sinnvolles eingefallen, außer seinen Zug zu kopieren. Mein Läufer d4 soll entlastet werden, was die unbedingte Deckung des c5-Freibauern anbelangt.} e5 $1 {Ein sehr starker Hebel im richtigen Augenblick.} 24. h3 $6 { Die sanfte Fortsetzung. Weiß steht immer noch nicht schlechter!} (24. Bc3 $1 exf4 ({nicht} 24... Rxc5 $2 25. fxe5 {mit Abzug auf der vierten Reihe.} Nxe5 26. Bxe5 $18 {Der Turm c1 hängt, der Turm b8 aber auch - Weiß hat eine Leichtfigur gewonnen. Diese nette Taktikabfolge hatte ich sogar gesehen.}) 25. Rxf4 Ne5 {fand ich wegen der c1-h6-Diagonalen etwas besorgniserregend. Hinzu kam der nicht mehr vom Turm gedeckte a-Bauer, wobei ich verkannt habe, dass dieser bereits vom Läufer c3 gedeckt ist. Aber in der Vorausberechnung war mir ebensowenig klar, was ich mit meinem c5-Bauern anstellen sollte, außer diesen traurig abzuschreiben.} 26. Re4 $16 ({oder} 26. Rd1 $16 {ist aber deutlich besser für Weiß.})) ({Auch interessant:} 24. fxe5 Nxe5 25. Bxe5 fxe5 {und Spiel mit Springer vs. Läufer. Wäre mir aufgefallen, dass Schwarz nach} 26. Re4 {über keinen völlig überzeugenden Zug verfügt, hätte ich mich vielleicht für dieses Abspiel entschieden.} Kd7 (26... Ke6 $6 27. Ng5+ Kd5 ( 27... Kf5 $4 28. h4 {läuft sogar in ein Mattnetz.} Kf6 29. Rf1+ Ke7 30. Rf7+ Ke8 31. Rxg7 $18) 28. Rd1+ Kxc5 29. Ne6+ Kb5 30. Nxg7 Rc2+ $1 $16 {ist noch nicht einmal trivial gewonnen für Weiß. Der Springer g7 stellt die Mehrfigur dar. Doch b2, b7, g2, g7 sind diejenigen Nicht-Randfelder, auf welchen ein Springer nur vier legale Züge (eben doch analog wie auf einem Randfeld) besitzt.}) 27. Rd1+ Kc6 28. Nxe5+ $14) 24... exd4 ({ist schlechter und ich habe es nur halbherzig angerechnet. Zu meinem Erstaunen lebt Schwarz hier tatsächlich noch:} 24... Nh2 $6 25. fxe5 Nxf3 26. exf6+ Bxf6 27. Bxf6+ Kxf6 28. Kxf3 $16 {In diesem Doppelturmendspiel mit einem Mehrbauern gibt es noch Remishoffnungen für Schwarz. Aber natürlich spielt das mein Gegner nicht freiwillig!}) 25. hxg4 f5 {Die kritische Stellung. Weiß steht nur noch marginal besser. Aber ich muss keine einzigen Züge finden.} 26. gxf5 (26. Kd3 $5 fxg4 27. Re1+ Kd7 28. Ne5+ Bxe5 29. Rxe5 Kc6 30. g3 $11 {könnte die präziste Zugfolge für ein glattes Remis sein.}) 26... d3+ {Räumung für ... Lxb2. Alles gesehen, die kritische und schärfste Variante.} 27. Kxd3 Bxb2 $1 { Nun hat Schwarz nachgezogen, was die Bildung eines Freibauern anbelangt. In erster Linie keine angenehme Wendung aus weißer Sicht, dem ja ein Remis reicht. Aber der b-Bauer sollte nicht zur Dame werden.} 28. Re1+ {Ein fieses Zwischenschach, da Schwarz in Zeitnot so viele potentielle Züge hat und eigentlich das Ausschlussverfahren anwenden sollte. Doch genau das ist wegen Zeitnot kaum zu bewerkstelligen!} Kf8 ({Auch} 28... Kd7 $5 {ging in Ordnung.}) 29. Rb1 {Tc1-e1-b1 sieht so aus, als hätte ich es mir anders überlegt. In der Tat, plante ich zuerst Kc4 nebst Tb4 und Schlagen des b3-Freibauern.} ({ Dreist weiterschlagen} 29. fxg6 Rxc5 30. gxh7 Kg7 31. Rh1 {kam in Betracht, war mir aber nicht geheuer und hat nichts mehr mit Kontrolle zu tun.}) (29. Kc4 $2 {Doch ich erkannte, dass nach} Rb5 $1 30. Rb4 Rbxc5+ $1 31. Kxb3 Bc3 $19 { irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht für Weiß ;)}) 29... Bf6 30. Rc4 { ein netter Zug, der den Bauern c5 noch nicht aufgibt.} (30. Ne5 $2 Bxe5 31. fxe5 Rxc5 32. Ra3 $17 {war die Variante, die ich zuvor als Hauptvariante hatte, die aber deutlich besser für Schwarz, wenn nicht sogar gewonnen für diesen wäre. Aus diesem unbefriedigenden Gefühl heraus, zwang ich mich, etwas Besseres zu suchen und fand Tc4!}) 30... gxf5 31. Ne5 Bxe5 32. fxe5 Rb5 33. Kd4 {Wie gesagt, den c5 geben wir nicht ab!} Rd8+ 34. Kc3 Rc8 35. c6 ({ Zugwiederholung und Remis} 35. Kd4) (35. Rxb3 Rbxc5 36. Rxc5 Rxc5+ 37. Kd4 Rxa5 38. Rb7 h5 $11 {mit einem klassischen (0.00)-Engineremis, wenn aber knetet hier Weiß auf den ganzen Punkt. Im Turmendspiel ist die Aktivität von Turm und König entscheidend und hier liegt beide Male Weiß obenauf.}) 35... Rxa5 36. Rxb3 Rxe5 37. Rb7 Re7 $6 {Ungenau.} ({Am einfachsten} 37... Re6 38. Rb6 a5 39. Ra6 Ke7 40. Rxa5 Rexc6 41. Rxc6 Rxc6+ 42. Kd4 $11 {Weiß kann auch so abwickeln, dass er nicht einen Minusbauern erhält, aber die Aktivität ist derart gegeben, dass es keine Schwierigkeiten gibt, um den halben Punkt zu bekommen.}) 38. Kb4 $5 {Jetzt muss Schwarz seinen Fehler wiedergutmachen.} Ke8 $2 {Das verliert die Partie.} (38... Re6 $1 {ist die einzige Rettung für Schwarz.} 39. Rb6 $5 Re5 40. Rxa6 Rb8+ 41. Kc3 $5 Re3+ 42. Kd4 Re4+ 43. Kc5 Rxc4+ $1 44. Kxc4 $16 {und Weiß hat wegen seiner Aktivität praktische Gewinnchancen.}) ({Eine vermeintlich von ihm aufgestellte Falle war} 38... Rxc6 $2 {, was jedoch wegen eines Zwischenschacs nicht funktioniert:} 39. Rb8+ $1 $18 {und jetzt fällt der schwarze Turm c6 umsonst.}) 39. Ka5 $1 {droht einfach Txe7 Kxe7 c7, gefolgt von Kb6 und Kb7, wonach der Turm c8 hängt, weil Schwarz diesen nicht mit ...Kd7 decken wird, da der König mittels eines d-Linienschachs weggekickt wird. Ausschalten der Verteidigungsfigur via Weglenkungsschach.} ({Natürlich nicht} 39. Kc5 $4 Rxb7 $1 $19 {. Es muss betont werden, dass Kc5 und Ka5 dieselbe Idee verfolgen, nämlich den König nach b6 zu aktivieren. Kc5 ist nur deswegen schlimm, weil dadurch der c-Bauer gefesselt ist und somit der Turm b7 ungedeckt. Ansonsten wäre Kc5 sogar stärker, weil es sich offen hält, ob der König über b6 oder d6 reingeht. Positionelle Feinheiten sind aber unwichtig, wenn das taktische Grundgerüst fehlt!}) 39... Re5+ {Verzweiflung.} 40. Kxa6 ({oder} 40. Kb6 {, aber mir ging es nicht um den genauesten Sieg, sondern um Risikominimierung.} Rb5+ 41. Kxa6 $18) 40... Ra8+ 41. Kb6 $1 ({nicht} 41. Ra7 $2 Rxa7+ $1 42. Kxa7 $1 Kd8 $1 43. Kb7 Rb5+ $1 {und Schwarz hat zwar eine geringe Schachdistanz zum weißen König, aber diese reicht gerade so aus!}) 41... Kd8 ({oder} 41... Re1 42. c7 Rb1+ 43. Kc6 $1 Ra6+ 44. Kd5 {und der c-Bauer wandelt sich um.}) 42. Rxh7 Rb8+ 43. Rb7 $1 Kc8 44. Rh4 {Jetzt da der h-Bauer bereits verschwunden ist, droht Th8 mit Matt.} Re8 {1.- bzw. 8.-Reihe-Verteidigung, die hier aber nicht reicht. } 45. Rxb8+ Kxb8 46. Rh7 {Der Turm und der c-Bauer erledigen den Rest.} Rf8 ({ Sonst könnte Weiß statt dem schnellsten Gewinntrick in ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern abwickeln:} 46... Rd8 47. Rf7 Rg8 48. Rxf5 $18 {Denn einmal 1. - oder 8. -Reihe-Verteidigung, immer 1.- oder 8.-Reihe-Verteidigung, denn Matt ist nun mal Matt.}) 47. Rb7+ Kc8 ({oder} 47... Ka8 48. Ra7+ Kb8 49. c7+ Kc8 50. Ra8+ Kd7 51. Rxf8 $18) 48. Ra7 f4 {Der Gegner schenkt mir das Matt. :)} 49. Ra8# {Weiß stand nie schlechter, aber es gab einige kritische Augenblicke, in welchen er wachsam sein musste.} 1-0